Ich bin nicht früh in Beziehungen angekommen. Und ich bin nicht mit einem klaren Bild davon aufgewachsen, wie Partnerschaft aussieht, wenn es schwierig wird.
Mit sieben Jahren erlebte ich die Scheidung meiner Eltern. Rückblickend war das der Beginn einer langen Auseinandersetzung mit Beziehung. Nicht bewusst. Und nicht geplant. Aber es war da.
Ich kam spät an den Start. Viele Jahre waren geprägt von Einsamkeit und von der Unsicherheit, wie Nähe entsteht und wie man sie hält, wenn der Alltag dazukommt.
Wiederkehrende Muster
Wiederkehrende Muster
Meine Beziehungen endeten meist nach etwa eineinhalb Jahren. Die Trennungen waren schmerzhaft. Nicht nur wegen des Abschieds, sondern weil mir etwas fehlte, das ich lange nicht benennen konnte.
Ich wusste nicht, wie Paare einen gemeinsamen Weg finden, wenn Nähe nicht leicht ist und Distanz auftaucht.
Oft waren Beziehungen über etwas Äußeres verbunden. Gemeinsame Interessen. Projekte. Funktionen. Solange das trug, trug auch die Beziehung. Wenn sich etwas veränderte, wurde es schwierig, im Kontakt zu bleiben.
Ich hatte keine Mittel an der Hand. Und kein verlässliches Vorbild dafür, wie Beziehung gelebt werden kann, wenn sie herausfordert.
Eine andere Erfahrung
Eine andere Erfahrung
Erst mit 35 Jahren begann eine Beziehung, die über die Verliebtheitsphase hinausging. Es ist eine Beziehung, in der wir immer wieder bereit sind hinzuschauen. Nicht nur auf das, was sich gut anfühlt, sondern auch auf das, was herausfordert.
Zum ersten Mal erlebte ich Partnerschaft nicht nur als Nähe, sondern als etwas, wofür man gemeinsam Verantwortung übernimmt.
Wir gingen gemeinsam durch innere Prozesse und äußere Herausforderungen. Berufliche Veränderungen. Corona. Umbrüche im Leben.
Dabei wurde mir klar, dass Beziehung nicht nur im Gefühl besteht, sondern auch darin, wie man im Alltag miteinander umgeht – gerade dann, wenn es unter Druck steht.
Nähe, Distanz und Alltag
Nähe, Distanz und Alltag
Lange dachte ich, ich würde nie heiraten. „Ich doch nicht – das ist etwas für andere.“ Und dann nicht mehr.
Irgendwann war es ein stimmiger Schritt, der sich aus unserem gemeinsamen Weg ergeben hat. Heute bin ich verheiratet.
Mit der Geburt unseres Kindes wurden ungelöste Themen noch deutlicher. Verbindung und für sich sein, Ich und Du, Anspruch und Realität ließen sich nicht mehr umgehen.
Wir lernten uns immer besser kennen. Auch dort, wo man sich lieber zurückzieht oder aneinander vorbeiredet.
Nicht alles gelingt. Manches braucht Zeit. Und manches taucht immer wieder auf. Aber insgesamt sind wir uns nähergekommen. Uns selbst. Und einander.
Was mich heute trägt
Was mich heute trägt
Beziehung trägt nicht einfach von selbst.
Man kann lernen, wie man in Beziehung bleibt, auch wenn es schwierig wird.
Wenn etwas unrund läuft, ist das kein Zeichen von Scheitern.
Sondern ein Hinweis darauf, dass etwas gesehen, gehalten und neu ausgerichtet werden möchte.
Man beginnt diesen Weg bei sich selbst. Aber man muss ihn nicht allein gehen.
Wie daraus meine Arbeit entstanden ist
Wie daraus meine Arbeit entstanden ist
Aus diesen Erfahrungen heraus ist meine Arbeit gewachsen.
Ich begleite Menschen und Paare, die sich lieben und trotzdem immer wieder Abstand erleben. Durch wiederkehrende Konflikte, Rückzug oder Gespräche, die sich im Kreis drehen.
Es geht nicht um schnelle Lösungen. Und auch nicht darum, alles bis ins Letzte aufzuarbeiten.
Sondern darum, Tiefe und Alltag zusammenzubringen. Damit Beziehung im echten Leben tragfähig bleibt.
Hier findet Kontakt statt. Nicht später. Und nicht im Urlaub. Nicht irgendwann.